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Sanierung des Flachdachs kostet rund 100 000 Euro - Ärger um den Jugendraum und den Lärmschutz beim Ausbau der B 41
Zu einem Dauerthema für den Waldböckelheimer Gemeinderat entwickelt sich der Jugendraum im Bürgerhaus. In der jüngsten Ratssitzung am Mittwoch wurde bekannt, dass dort an Kirmestagen Getränke verkauft wurden und zum Leidwesen der Anwohner bis in die frühen Morgenstunden lautstark gefeiert wurde.
WALDBÖCKELHEIM. Diesen Vorwurf räumte auch der Zweite Ortsbeigeordnete Klaus Schulz ein, der an einigen Kirmestagen die Vertretung von Ortsbürgermeister Karsch übernommen hatte. Nach Feststellung von Ratsmitglied Michael Partenheimer (FWG) habe in der Nacht zu Samstag noch gegen drei Uhr reger Betrieb im und vor dem Jugendraum geherrscht, der Lärmpegel sei entsprechend hoch gewesen. Es sei Alkohol, darunter auch Hochprozentiges, getrunken worden. Er erinnerte an die Pflicht der Gemeinde gegenüber den Anwohnern, den Betrieb des Jugendraums in geordneten Bahnen zu halten.
Karsch erklärte, dass diese Vorkommnisse allen mit den Jugendlichen getroffenen Absprachen widersprächen. Er will demnächst mit dem Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales und den Jugendlichen über die Vorkommnisse sprechen, damit sich solches nicht mehr wiederholt.
Auch ein weiteres Thema unter dem Punkt "Mitteilungen und Anfragen" sorgte für Diskussionsstoff: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) lehnt eine Vorstellung der weiteren Linienführung des B41-Ausbaus um die Ortslage herum ab. Dies war vom Rat in der letzten Sitzung gefordert worden. Bürgermeister Wolfgang Ginz hatte den Leitenden Baudirektor Norbert Olk als Chef des LBM gebeten, den Ratsmitgliedern die Planungen und insbesondere die darin enthaltenen Lärmschutzmaßnahmen zu erläutern (wir berichteten).
Karsch lehnte wegen der seiner Ansicht nach zu erwartenden Erfolglosigkeit von Änderungswünschen eine erneute Diskussion ab. Auch könnten bei dem Planfeststellungsverfahren noch Anregungen und Bedenken geäußert werden. Eine Zustimmung des Rats zu diesem Verfahren ist laut Ginz nicht erforderlich. Der Rat könne lediglich bei einer Ablehnung des Verfahrens seine Gründe äußern.
Ratsfrau Bärbel Karsch (FWG) stellte im Interesse eines Lärmschutzes erneut einen Antrag auf Diskussion der Pläne im Gemeinderat und erhielt hierbei Unterstützung von Ratsmitgliedern aus allen Fraktionen. Hauptkritikpunkt: Es gibt entlang der neuen Trasse um den Ort verschiedene Lärmschutzzonen, die zu unterschiedlichen Belastungen der Bürger führen werden.
Die in den Plänen festgeschriebene Verschlechterung des Lärmschutzes für Teile der Trassenanwohner um fünf Dezibel bedeute eine Erhöhung des Lärmpegels um das Doppelte, sagte Ratsherr Stephan Mörsfelder. Auch Steffi Thomas (SPD) und Willi Kost (CDU) plädierten für eine stärkere Berücksichtigung des Lärmschutzes im Interesse der Bürger. Der Ortsbürgermeister will sich die aktuellen Pläne des LBM zukommen lassen und diese dann im Rat und im Bauausschuss diskutieren.
Schnell abgehandelt war der einzige echte Tagesordnungspunkt: Ein Waldböckelheimer Architekt erhielt den Auftrag für die Planung, Ausschreibung und Bauaufsicht für die Ausführung eines neuen Dachs auf dem Bürgerhaus. Die dort aufgebrachte Folie weist viele Schadstellen auf, die repariert werden müssen. "Aber die Probleme nehmen zu", so der Ortsbürgermeister.
In der Wärmeisolierung des Dachraums steht Wasser, und einige Innenwände sind schon in Mitleidenschaft gezogen. "Ein Glück, dass wir den Innenanstrich noch nicht vorgenommen haben", sagte Karsch. Die Sanierung muss daher noch in diesem Jahr erfolgen.
Für die Erneuerung der Dachfolie müssen die Blechverkleidungen und die Kiesschüttung entfernt und danach wieder aufgebracht werden. Eine teure Angelegenheit. Auf die Gemeinde werden Kosten von mehr als 100 000 Euro zukommen, so erste Schätzungen. (wld)
Oeffentlicher Anzeiger vom 05.09.2008, Seite 22.
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